Buchbesprechung: Heidi, von Johanna Spyri

Heidi ist so ein Dauerbrenner, dass man leicht annehmen kann, dass es etwas abgestanden, müde und übermäßig vertraut sein muss. Es ist ein Ort in der populären Kultur ist fast allgegenwärtig geworden, mit zig Filmversionen gemacht, vor allem mit der Königin von süß, Shirley Temple. Doch Bücher werden nicht ohne Grund zu Klassikern, und Heidi erweist sich als ebenso erfrischend wie die Hochgebirgsluft, die das stärkende Motiv des Romans ist. Plot Synopsis von HeidiDie Handlung von Heidi ist ziemlich geradlinig. Ein junges Waisenmädchen, Heidi, das von ihrer Tante Deta betreut wird, wird mit ihrem zurückgezogen lebenden und etwas mürrischen Großvater zusammengebracht. Deta muss ihre Nichte abladen, da sie Geld verdienen muss, um für eine Familie in Frankfurt, die Sesemanns, zu arbeiten. Fast sofort gelingt es Heidi, ihren Großvater mit ihrer herrlichen Unschuld und einfachen Lebensfreude zu entwaffnen. Heidi trifft und freundet sich mit Peter, einer jungen Ziegenherde, an. Drei Jahre später kehrt Deta zurück, und es wird beschlossen, Heidi nach Frankfurt zu holen, um der 12-jährigen Clara Sesemann zu helfen, die ein Krüppel ist und nicht laufen kann. Während sich Heidi mit Clara sofort befreundet, findet sie sich mit der strengen Haushälterin, Fräulein Rottenmeier, uneins. Heidi nutzt ihre Zeit produktiv und lernt zu lesen, hat aber bald Heimweh. Dieses Heimweh verwandelt sich in eine echte körperliche Degeneration und Heidi wird blass und dünn. Es ist beschlossen, dass es Heidi am besten ist, Heidi zurück zu ihrem Großvater zu schicken.

Natürlich hat die Bergluft und die tägliche Dosis frischer Ziegenmilch (die nach Geschmack von Zimt und Zucker schmeckt) schnell Heidi Recht. Ihr Großvater ist auch glücklicher als je zuvor mit Heidis Rückkehr und steigt sogar den Berg hinunter und freundet sich mit den Dorfbewohnern an. Auf ärztliche Anweisung wird Clara gesagt, dass sie Heidi besuchen soll, in der Hoffnung, dass dies ihrer schlechten Gesundheit helfen wird. Alles geht gut, bis Peter, die Stachelherde, eifersüchtig auf die enge Intimität zwischen Clara und Heidi wird. In einem Anfall von Wut stößt er Claras Rollstuhl den Berg hinab. Das Gute, das sich aus dieser dunklen Tat ergibt, ist, dass Clara den Willen und die Mittel findet, um zu gehen. Die Ziegenherde leidet unter allerlei Schuldgefühlen, aber als die Wahrheit endlich herauskommt, findet er sich als Nutznießer der christlichen Werte von Claras Großmutter wieder. Sie verspricht ihm ein wöchentliches Stipendium. Hauptthemen von Heidi Heidis Hauptthema ist die stärkende und heilende Kraft der Natur. Oben auf dem Berg, wo der Großvater lebt, ist alles rein. Die Luft ist knackig und belebend, und die anspruchsvollen Ziegen schlendern über die besten Kräuter, die sie essen müssen, um sicherzustellen, dass sie die erlesenste Milch produzieren. Die Sonne scheint immer und es scheint nie zu regnen. Jeder Moment, den Heidi auf der Alp verbringt, ist eine Garantie für geistige und körperliche Gesundheit, Eigenschaften, die jeder, der aufsteigt, genießen kann. Eine Untermenge dieser wohlwollenden Natur ist eine christliche Moral, die sich durch das gesamte Buch zieht. Heidis erste und wichtigste moralische Lektionen sind die inhärente Güte des christlichen Gottes. Wenn Heidi lesen lernt, sind die ersten Dinge, die sie liest, Bibelgeschichten. Sie endet fast als zufälliger Prediger, als sie aus ihrem Geschichtenbuch die Geschichte vom verlorenen Sohn zu ihrem Großvater liest. Dies hat so eine mitreißende Wirkung, dass der alte Mann dazu gezwungen wird, seinen zurückgezogen lebenden Lebensstil aufzugeben und den Berg hinunterzusteigen, um sich mit den Dorfbewohnern anzufreunden.

Nach dem Ende des Romans sind die beiden Themen – Gott und wohlwollende Natur – praktisch zu einer Einheit geworden. Die heilenden Kräfte der Natur – Sonnenschein, frische Kräuter und süße Ziegenmilch – sind in Wirklichkeit die Erhabenheit Gottes. Der Leser, der diese Grundregeln nicht akzeptieren kann oder seinen ästhetischen Sinn nicht wenigstens schätzen kann, wird mit Heidi kämpfen. Insgesamt ist der Grund für den anhaltenden Reiz des Romans seine Authentizität. Johanna Spyri schrieb im Wesentlichen Heidi als Hymne an ihre Heimat Schweiz. Eine tiefe Liebe zum Ort ist es, was Heidi am meisten mit Themen der Religion und des moralischen Gutes, die um eine unverständliche Natur herum gebaut sind, erfährt. Dies ist eine rousseauistische Sicht auf die Natur, die im wesentlichen wohltätig und gut ist, im Gegensatz zu einer grausamen, Sade-artigen Natur, “rot in Zähnen und Klauen”, wie der Dichter Tennyson es charakterisierte. Heidi, von Johanna Spyri. Veröffentlicht von Puffin Classics. ISBN-13: 978-0141322568

Chris Saliba ist ein Buchkritiker aus Melbourne, Australien.Mehrere seiner Buchrezensionen können gelesen werden: http://chrissalibabookreviews.blogspot.com/

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